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Inventar Nr.: SM-GS 6.2.783
Werktitel: Festes a l’Occas du 1. Mariage de M. le Dauphin, Stichwerk mit Druckgraphik, insgesamt 40 Stiche
Beteiligte Personen:
Stecher:unbekannt
Inventor:Jean-François Blondel (1683 - 1756), Zuschreibung
Verleger:Jean-François Blondel (1683 - 1756)
Buchbinder:Antoine-Michel Padeloup (1685 - 1758)
erwähnte Person:Ludwig Dauphin von Frankreich (1729 - 1765)
Maria Theresia Dauphine von Frankreich (1726 - 1746)
Datierung:
Publikation:1751
Träger: Ledereinband
Maße: 63,2 cm (Höhe)
48,4 cm (Breite)
2,8 cm (Dicke)
Anmerkungen:
Kommentar: Der Einband aus rotem Maroquinleder wurde vom Pariser Buchbinder Antoine-Michel Padeloup zwischen 1751 und 1758 gefertigt. Ein Aufkleber mit seiner Adresse findet sich auf dem Titelblatt und dem Frontispiz („Relié par Padeloup Relieur du Roy, place Sorbonne a Paris“). Die Buchdeckel sind mit einer aufwendigen Rahmung in Gold versehen, die von vier Platten gedruckt wurde. Die Ecken wurden zudem mit Segelschiffen verziert. Mittig prangt ein goldgeprägtes Supralibros: Kartusche mit dem Pariser Wappen, einem dreimastigen Segelschiff und Schildhaupt mit Lilien, flankiert von einem Palm- und einem Lorbeerzweig. Darunter wurde nachträglich der Stempel Landgraf Friedrichs II. von Hessen-Kassel mit den bekrönten Initialen FL gesetzt. Der Rücken mit neun Bünden trägt ein grünes Titelschild und ist mit dem bekrönten Doppel-L und Lilien verziert.
Vgl. das Exemplar von „Le sacre de Louis XV“ in Paris, Bibliothèque nationale de France (Inv.-Nr. RES GR FOL-LB38-232 (ALPHA)), für das dieselben Platten verwendet wurden. Nur die Motive in den Ecken und das Supralibros unterscheiden sich.

Der Band umfasst 40 Stiche zum Gedenken an die Festlichkeiten, die anlässlich der ersten Hochzeit des Dauphins Ludwig von Frankreich mit Maria Theresia von Spanien am 23. und 26. Februar 1745 in Paris abgehaltenen wurden.
Nach einem Titelblatt (fol. 1) und einem allegorischen Frontispiz mit erläuterndem Text (fol. 2-3) beginnt der Band mit einer Beschreibung der Festlichkeiten (fol. 4-21). Der Text ist gestochen und mit ornamentalen Rahmen versehen, wobei einige Platten mehrmals verwendet und Rahmen und Text teilweise separat gedruckt wurden. Es folgen Pläne, Ansichten und Schnitte der sechs Festarchitekturen, die in verschiedenen Stadtvierteln errichtet wurden (fol. 22-34). Die letzten fünf Stiche zeigen Grundrisse und Ansichten des Hôtel de Ville, in dem am 26. Februar ein Maskenball stattfand (fol. 35-38), sowie die dort aufgebauten Büffets (fol. 39-40).
Das Stichwerk wurde 1751 von Jean-Francois Blondel zusammen mit Teil 2, den Festdarstellungen der zweiten Hochzeit des Dauphins im Jahre 1747, herausgegeben (vgl. Inv.-Nr. SM-GS 6.2.784). Blondel spielte auch bei der Ausstattung der Feste selbst eine Rolle. Vgl. Fries, Gerhard: Eintrag zu Jean-François Blondel, Allgemeines Künstlerlexikon, Bd. XI, 1995, S. 590.
Das Titelblatt wurde von Jean-Baptiste Delafosse nach Charles Eisen gestochen, das Frontispiz von Jacques-Philippe Lebas nach François Charles Hutin. Als Stecherin der Schrift der Erklärungen zum Frontispiz wird Marie-Françoise Lattré genannt. Die restlichen Platten sind nicht signiert.
2013 wurden bei Sotheby’s in Paris 19 Aquarelle, die als Vorzeichnungen für die Stiche gelten, versteigert (Sale PF1323, Bibliothèque des ducs de Luynes, Château de Dampierre, Première partie, 30.04.2013, Lot. 47). Als Zeichner wurde neben Eisen und Hutin „François Blondel“ ohne Lebensdaten angegeben. Es ist daher nicht klar, ob es sich um Jean-François Blondel (1683–1756) oder seinen Neffen Jacques-François Blondel (1705/1708–1774) handelt, die mehrmals zusammenarbeiteten und häufig miteinander verwechselt werden.
Im Musée Carnavalet in Paris befindet sich eine Jean-François Blondel zugeschriebene Zeichnung mit einem der Büffets, die auf fol. 40 wiedergegeben sind (Inv.-Nr. D.5925).
2017 wurden zudem zwei Zeichnungen bei De Baecque versteigert mit Aufrissen der Kurzseiten des Ballsaales im Rathaus, die auf fol. 38 erscheinen (Paris, Drouot, Dessins et tableaux anciens…, 10.11.2017, Lot. 15 und 16). Sie wurden Jean-François Blondel und Charles Eisen zugeschrieben. Im Kommentar des Auktionskataloges wird vermutet, dass bei Entstehung des Stichwerkes Blondel für die Pläne und Architekturdarstellungen, Delafosse für die Ornamente und Eisen für die Personen zuständig war.
Beim vorliegenden Band ist bei den meisten Stichen vorerst lediglich Jean-François Blondel als Inventor angegeben.
Foliierung: Sämtliche Stiche sind in der oberen äußeren Ecke mit Bleistift nummeriert worden.
Montierung: Die Stiche sind eingebunden. Die doppelseitigen Stiche sind mittig vertikal gefaltet und auf den Falz geklebt.
Buchblock: Der Band ist mit einem Goldschnitt versehen. Für das Vorsatz wurde blaue Seide verwendet.


Literatur:
  • Hallo, Rudolf: Das Kupferstichkabinett und die Bücherei der Staatlichen Kunstsammlungen zu Kassel. 2. veränderte Aufl. Kassel 1933, S. 19.


Letzte Aktualisierung: 29.09.2021


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