Inventar Nr.: GS 20363
Werktitel: Tapisseries du Roy, Stichwerk mit Druckgraphik und Text (Typendruck), insgesamt 49 Stiche
Beteiligte Personen:
Stecher:Sébastien Leclerc (1637 - 1714)
Inventor:Charles Le Brun (1619 - 1690)
Jacques Bailly (1629 - 1679)
Verleger:Sebastien Mabre-Cramoisy (1637 - 1687)
Datierung:
Publikation:1679 (Typendruck (Titelblatt))
Träger: Ledereinband
Maße: 52 cm (Höhe)
38 cm (Breite)
3,5 cm (Dicke)
Geogr. Bezüge:
Verlagsort: Frankreich, Paris
Anmerkungen:
Kommentar: Der Band ist in rotes Maroquin gebunden. Die Buchdeckel sind mit dem Wappen Ludwigs XIV. von Frankreich versehen: drei Lilien im bekrönten Schild, umschlossen von den Collanen des Michaelsordens und des Ordens vom Heiligen Geist und einem Blattkranz. Zudem bilden Goldfiletten zwei schmale Rahmen, davon der innere mit dem bekrönten Monogramm Ludwigs XIV. in den Ecken. Das Monogramm ziert auch den Buchrücken mit sechs Bünden und Titelschild. Es handelt sich um einen Einband des Cabinet du Roy.
Der Band enthält das Werk „Tapisseries du Roy“, in der 1679 von Sebastien Mabre-Cramoisy verlegten Ausgabe mit Stichen von Sébastien Leclerc nach den 1664 von Charles Le Brun entworfenen Tapisserien mit den vier Elementen und den vier Jahreszeiten. Jedes Element und jede Jahreszeit wurde auf den Wandteppichen durch zwei Götter repräsentiert und war mit einem ornamentalen Rahmen mit Emblemen versehen. Das Bildprogramm diente der Verherrlichung Ludwigs XIV. und war zusammen mit den lateinischen Inschriften und Devisen von der Petite Académie entwickelt worden. 1665 verfasste André Félibien eine Interpretation zu den Tapisserien mit den Elementen, die 1667 neu publiziert und durch Madrigale von Charles Perrault ergänzt wurde. 1667 erschien zudem eine Beschreibung der Jahreszeiten-Tapisserien von Félibien, gleichfalls mit Madrigalen von Perrault. 1665 bis 1667 schuf Jacques Bailly Miniaturen nach den in den Tapisserien enthaltenen Devisen, die er mit aufwendigen Kartuschen versah. Sie wurden in goldener Schrift mit den Auslegungen und Madrigalen versehen und dem König in einem Prunkmanuskript zum Geschenk gemacht (Paris, Bibliothèque nationale de France, Inv.-Nr. Français 7819). Nach den Devisen Baillys fertigte Sébastien Leclerc ab 1667 Stiche an, die 1668 publiziert wurden. Anschließend radierte Leclerc auch die Tapisserien. 1670 schließlich wurden die Devisen- und Tapisserienstiche zusammen mit den Texten Félibiens als Teil des „Cabinet du Roy“ publiziert. Die Prachtbände waren nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern wurden nur von Ludwig XIV. als Geschenk überreicht. Erst 1679 erschienen die Bände freiverkäuflich auf dem Markt. Dazu gehört auch der hier vorliegende Band.
Vgl. Seeger, Ulrike: Die Tapisserie du Roy des Verlags Johann Ulrich Kraus von 1687. Ein Beitrag zum französischen Nachstichwesen in Augsburg vor 1700, in: Münchner Jahrbuch der bildenden Kunst, Bd. 61, 2010, S. 69-107.
Vgl. den Band GS 20362, der ebenfalls Stiche der „Tapisseries du Roy“ enthält.
Foliierung: Der Band ist nicht foliert. Der Text ist mit gedruckten Seitenzahlen versehen.
Montierung: Die Stiche und Textseiten sind eingebunden. Die Reproduktionen der Tapisserien sind mittig vertikal gefaltet und auf den Falz geklebt.
Buchblock: Das Vorsatz ist aus Marmorpapier. Der Band ist mit einem Goldschnitt versehen.


Literatur:
  • Hallo, Rudolf: Das Kupferstichkabinett und die Bücherei der Staatlichen Kunstsammlungen zu Kassel. 2. veränderte Aufl. Kassel 1933, S. 18, Kat.Nr. Galeries, Nr. 6.
  • Lukatis, Christiane: "allerhand Kupferstiche und Zeichnungen berühmter Meister". Die Landgrafen von Hessen-Kassel als Graphiksammler. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 104 (1999), S. 131-154, S. 135.


Letzte Aktualisierung: 29.09.2021


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