Inventar Nr.: GS 20390
Werktitel: Recueil de Watteau. III. Part., Stichwerk mit Druckgraphik, insgesamt 93 Stiche
Beteiligte Personen:
Inventor:Antoine Watteau (1684 - 1721)
Stecher:mehrere Beteiligte
Datierung:
Entstehung der enthaltenen Stiche:1715 - 1735 (nach Werkverzeichnis)
Träger: Halbledereinband
Maße: 64,5 cm (Höhe)
48,5 cm (Breite)
4,5 cm (Dicke)
Anmerkungen:
Kommentar: Es handelt sich um einen mit geädertem dunkelbraunen Kleisterpapier beklebten Pappband mit Lederecken, Lederrücken und rotem Titelschild. Die Felder zwischen den sieben Bünden sind mit Blütenstempeln verziert.
Das zweiseitige Inhaltsverzeichnis wurde von Johann Christian Entzeroth (um 1757 – 1814) auf Französisch verfasst. Auf dem Vorsatzblatt befindet sich ein Eintrag von Johann Georg Freese, Hofmaler und Intendant der Gemäldegalerie Wilhelms VIII. von Hessen-Kassel: „Estampes de Watteau / 3. partie, / 91. pieces. / 1746.“ (Drucke von Watteau / dritter Teil, / 91 Stück. / 1746).
Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um den ersten der beiden Bände des "L‘Œuvre gravé“ mit Stichen nach Gemälden Watteaus (vgl. Inv.-Nr. GS 20389). Sie bilden zusammen mit den zwei Bände umfassenden „Figures de différents caractères“ nach Zeichnungen Watteaus von 1726 und 1728 den „Recueil Jullienne“ (vgl. Inv.-Nr. GS 20319, GS 20320). Initiator des Projektes war Jean de Jullienne, Freund und Mäzen Watteaus. Für das "L‘Œuvre gravé“ kaufte er jeweils 100 Abzüge von 36 bereits existierenden Platten und ließ zudem zahlreiche neue Reproduktionsstiche von 28 verschiedenen Stechern anfertigen. Die Arbeiten entstanden zwischen 1727 und 1735 und wurden einzeln veröffentlicht. 1735 schließlich gab Jullienne 100 Exemplare des vollständigen Sets mit 271 Stichen heraus. Teil 1 des "L‘Œuvre gravé“ umfasst bis zu 117 Stiche. In dem vorliegenden Band befinden sich zusammen mit dem Titelblatt und der allegorischen Fabel „L’art et la nature“ insgesamt 93 Stiche.
Vgl. Dacier, Émile; Vuaflart, Albert: Jean de Jullienne et les graveurs de Watteau au XVIII. siècle. Historique. Paris 1922.; Sahut, Marie-Catherine; Raymond, Florence: Antoine Watteau et l’art de l’estampe. Ausstellungskatalog. Paris, Musée du Louvre. Paris 2010, S. 77-113.
Foliierung: Die Seiten sind, Vorsatz, Inhaltsverzeichnis und mehrere Leerseiten ausgenommen [fol. I-V], in der oberen rechten Ecke mit Feder in Schwarz foliiert. Nur die ersten beiden Stiche [fol. IV] und [fol. V] wurden nicht foliiert. Auf fol. 1 wurde die Foliierung mit Graphit eingetragen.
Montierung: Die Stiche sind eingebunden. Die letzten acht großformatigen Radierungen (fol. 60-67) sind mittig vertikal gefaltet und auf den Falz geklebt.
Buchblock: Für das Inhaltsverzeichnis wurde bläuliches Papier verwendet [fol. II-III]. Die restlichen Seiten weisen die folgenden drei Wasserzeichen auf: „Doppelköpfiger Adler mit Herz auf der Brust und Krone über den Köpfen“, „T [Brunnen] D“ (Thomas Dupuy) und „P [Herz] G“ (Pierre Gourbeyre). Zu den Wasserzeichen des "L‘Œuvre gravé" vgl. Dacier / Vuaflart 1921-1929 II, S. 85.
Der Band ist mit einem Sprengschnitt in Rot und Blau versehen.

Weitere Materialien zum Download:

Literatur:
  • Hallo, Rudolf: Das Kupferstichkabinett und die Bücherei der Staatlichen Kunstsammlungen zu Kassel. 2. veränderte Aufl. Kassel 1933, S. 16, Kat.Nr. Ecole françoise, Nr. 3.
  • Lukatis, Christiane: "allerhand Kupferstiche und Zeichnungen berühmter Meister". Die Landgrafen von Hessen-Kassel als Graphiksammler. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde 104 (1999), S. 131-154, S. 136.
  • Brakensiek, Stephan: Vom "Theatrum mundi" zum "Cabinet des Estampes". Das Sammeln von Druckgraphik in Deutschland 1565-1821 (Studien zur Kunstgeschichte 150). Hildesheim/Zürich/New York 2003, S. 399-400.


Letzte Aktualisierung: 04.12.2020


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