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Inventar Nr.: GS 19357
Werktitel: Figures de la Bible par Picart & & 1720, Stichwerk mit Druckgraphik, insgesamt 211 Stiche
Beteiligte Personen:
Stecher:mehrere Beteiligte
Inventor:Gerard Hoet (1648 - 1733)
Arnold Houbraken (1660 - 1719)
Bernard Picart (1673 - 1733)
Verleger:Bernard Picart (1673 - 1733)
Auftraggeber:Hendrik Adriaan Van der Marck (1667 - 1726)
Datierung:
Entstehung der enthaltenen Stiche:1705 - 1720 (geschätzt)
Träger: Ledereinband
Maße: 41,2 cm (Höhe)
28 cm (Breite)
7,4 cm (Dicke)
Anmerkungen:
Kommentar: Der Band ist in Leder gebunden. Der goldgeprägte Rücken mit sechs Bünden trägt ein weißes, aufgeklebtes Rückenschild. Er enthält ein vierseitiges Inhaltsverzeichnis.
Der Band umfasst die zweite Ausgabe der „Figures de la Bible“ von 1720, von der bisher nur wenige Exemplare bekannt sind. Die Bilderbibel mit Stichen zum Alten und Neuen Testament wurde von Bernard Picart (1673-1733) verlegt. Auftraggeber und Mitherausgeber war Hendrik Adriaan van der Marck, Herr von Leur (1667-1726). Die Folge besteht aus 214 Stichen, wobei die Blätter „Die Kinder Israels begehren einen König von Samuel“, gestochen von Winter, und „Christus wird gegeisselt“ von Balthasar Bernaerts nach Picart im vorliegenden Band fehlen. Die Mehrheit der Zeichnungen zu den Stichen wurde von Gerard Hoet, Arnold Houbraken und Bernard Picart geschaffen. Weitere Vorlagen stammen von Raffael, Ludovico Carracci, Giovanni Lanfranco, Carlo Maratti, Eustache Le Sueur, Charles Le Brun und Philippe de Champaigne. 30 Stecher waren an der Ausführung der Platten beteiligt, darunter Abraham de Blois, Joseph Mulder, Matthys Pool, Jan van Vianen, Louis Surugue und Gerrit de Broen. Die Stiche entstanden zwischen 1705 und 1720, was anhand der wenigen datierten Platten ersichtlich ist. Vgl. fol. 43 (1705), fol. 94 (1709), fol. 18, 172, 122, 131 (1711), fol. a (1719), fol. 185 (1720).
Es existieren insgesamt drei Editionen der Bibel. Bereits 1706 gab der Buchhändler François Halma (1653-1722) 40 Stiche zur Genesis unter folgendem Titel heraus: „Tafereelen der Heilige Geschiedenissen van het Oude en Nieuwe Testament … I. Stuk, behelzende de voornaamste historien van Mozes Eerste boek, Genesis genaamt“. Sie waren in Zusammenarbeit mit Gerard Hoet entstanden, der die Entwürfe gezeichnet hatte. Möglicherweise war auch Van der Marck von Anfang an in das Projekt involviert. Zusammen mit Halma gründete er 1702 eine Handelsgesellschaft und verpflichtete sich, die Hälfte der Produktionskosten zu übernehmen. Das erste Blatt der Serie, fol. 1 des vorliegenden Bandes, trägt die Verlegeradresse Halmas. Als Halma jedoch von Amsterdam nach Leeuwarden umzog, wurde die Zusammenarbeit mit Van der Marck beendet. Letzterer bekam die Zeichnungen und Druckplatten und beauftragte den Stecher Bernard Picart (1673-1733) damit, das Projekt zu vollenden. Ein Vertrag zwischen Van der Marck und Picart vom 3. Oktober 1710 legte die Konditionen für die Anfertigung der Zeichnungen und Platten sowie für Druck und Verkauf der Stiche fest. Picart sollte demnach auch für den künftigen Verkauf der Bibeln zuständig sein und an ihm mitverdienen. Er durfte jedoch nur von Van der Marck auf dem Titelblatt unterschriebene Exemplare vertreiben und ansonsten keine weiteren Abdrucke von den Platten machen. Tatsächlich findet sich auf dem vorliegenden Serientitel (fol. a) unten rechts die Signatur Van der Marcks. Als dieser 1727 starb, erwarb der Verleger Pieter de Hondt (1696-1764) aus Den Haag die Platten aus seinem Nachlass und gab die Stiche zusammen mit erklärenden Texten 1728 unter dem Titel „Taferelen der voornaamste geschiedenissen van het Oude en Nieuwe Testament“ heraus. (HK)
Vgl. Peter van der Coelen: De ontstaansgeschiedenis van de prentenbijbel van Hoet, Houbraken en Picart, in: Buijsen, Edwin (u.a.) (Hrsg.): Kunst op papier in de achttiende eeuw. Art on Paper in the Eighteenth Century, Zoetermeer 2014, S. 48-61.
Foliierung: Die Stiche sind mit Feder in Braun foliiert. Das Titelblatt ist mit „a“ bezeichnet. Die Seitenzahl 14 wurde versehentlich zweimal vergeben, weshalb die zweite Seite in „14 ½“ geändert wurde.
Montierung: Die Stiche sind eingebunden. Größere Formate sind mittig vertikal gefaltet und auf den Falz geklebt.
Buchblock: Das Inhaltsverzeichnis ist aus bläulichem Papier. Der Band ist mit einem roten Sprengschnitt versehen.

Weitere Materialien zum Download:

Literatur:
  • Hallo, Rudolf: Das Kupferstichkabinett und die Bücherei der Staatlichen Kunstsammlungen zu Kassel. 2. veränderte Aufl. Kassel 1933, S. 16, Kat.Nr. Ecole françoise, Nr. 6.


Letzte Aktualisierung: 29.09.2021


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